Marokko in all seinen Facetten

Hans Peter Z., Corina Sophie B.

Privat Erlebnisreise: Marokko in all seinen Facetten
Reisezeitraum: 10.09.-03.10.2025
Reisende: 4 Personen

Guten Abend Frau Mirschél

Gerne möchte ich bzw. möchten wir Ihnen in der Anlage (PDF) auch noch unseren Reisebericht über die tolle und so umfassende Reise zustellen. Wir sehen unsere Zeilen als «individuelle» Wahrnehmungen mit sehr persönlichem Charakter. Wenn man eine Reise einmal absolviert hat, ist es natürlich ein Einfaches, Kommentare und Verbesserungs/Änderungsvorschläge anzubringen Dort, wo wir das gemacht haben, möchten wir es als «konstruktive Inputs und Kritik» verstanden wissen!
Marokko bleibt uns als äussert vielfältiges, hochinteressantes, herausforderndes und spannendes Land mit sehr netten Menschen in Erinnerung

Mit besten Grüssen

Hans Peter Z. ,Corina B., Patricia B., Alfred B.

Reisebericht:

10.09.2025 (Tag 1)
Landung in Marrakech. Nach der Pass- und Zollkontrolle eine kleine «Verunsicherung», da keine der Personen beim Ausgang ein Schild mit unseren Namen bzw. von Evasion Tours oder Atlas Outdoor hatte. Nach kurzem Suchen fanden wir dann sowohl den Guide, wie auch den Fahrer ausserhalb des Flughafengebäudes (bei der Zufahrt), wo sie auf uns warteten. Grosse und freudige Überraschung, als wir einen so grossen (13 Sitzplätze) und äusserst komfortablen Bus vorfanden, welcher uns mehrere tausend Kilometer «begleiten» würde. Fahrt zum «Parkplatz», von wo aus das «Riad Les Sources Bérberes» in ca. 5 Minuten zu Fuss erreichbar ist. Sehr schönes Riad an sehr ruhiger Lage. Beim Check-In hat unser Guide ein Formular mit all unseren Personalien ausgefüllt, welches er dann bei jeder Unterkunft (Fotokopie) vorweisen konnte. So mussten wir (fast) nie in den Hotels nochmals Formulare ausfüllen. Sehr gut vorausgedacht! Tolle Dachterrasse mit Möglichkeit zur Ruhe und Entspannung (Frühstück auf der Terrasse). Auf der Karte der «Extras» wird zwar ein Nachtessen (Menu) angeboten, die Küche war leider nicht in Betrieb Schade, wir hätten gerne dort gegessen. Frühstück ab 08.00h, da wurde aber erst begonnen, die kleine Küche zu versorgen und die Tische zu decken. Frühstück sehr fein (für uns typisch marokkanisch).

11.09.2025 (Tag 2)
«Lokale» Stadtführung sehr interessant, inkl. kleiner Lunch im «Jardin Secret», zu welchem wir den Guide eingeladen haben. Am Nachmittag erkunden wir nochmals den Souk und den Djema el Fna. Abendessen auf der Dachterrasse eines libanesischen Restaurants nähe Riad.

12.09.2025 (Tag 3)
Fahrt von Marrakech via Casablanca nach Rabat. Besichtigung der Hassan II Moschee (in Casablanca). Wir hatten Glück und konnten die Moschee (trotz einem Freitag) auch von Innen besichtigen, was ein tolles Erlebnis war. Unterkunft in Rabat (Sale) im «Hotel Dawlitz» an bester Lage am «Bou Regreg» Fluss. Zimmer mit Fluss-Sicht und Blick auf das «Grand Theatre De Rabat». Zimmer geräumig, Ausstattung des Balkons nicht akzeptabel; jedes Sitzkissen war sehr schmutzig oder in einem zerrissenen Zustand, welcher einem solchen Haus nicht würdig ist! Abendessen im Hotel direkt am Fluss. Schön, jedoch sehr teuer! Frühstück sehr gut!

13.09.2025 (Tag 4)
«Lokale» Stadtführung sehr interessant. Am Nachmittag etwas Zeit im Hotel Dawlitz. Nachtessen in einem marokkanischen Restaurant; es gab sogar ein paar einheimische Besucher in diesem «typisch marokkanischen» Restaurant

14.09.2025 (Tag 5)
Fahrt zum Bahnhof von Rabat und Zugsreise mit dem TGV «al Barak» nach Tanger. Bequeme Reise in 1. Klasse (max. 300 km/h). Die modernen, tollen Bahnhöfe haben uns überrascht, gleichen diese doch eher einem Flughafen-Gate; sehr eindrücklich. Am Bahnhof von Tanger erwartet uns unser Fahrer mit Bus und bringt uns in die Nähe der Unterkunft «Riad Palais Zahia». Zentraler (und auch lauter.) kann man wohl in Tanger nicht wohnen. Es ist zwar ein historisches Gebäude (erste Bank von Tanger), aber eben so laut, dass es schwierig ist, irgendwann mal Schlaf zu finden. Tolle Dachterrasse, welche wir für das Frühstück entdeckt haben (wir waren die Einzigen).

15.09.2025 (Tag 6)
Am Morgen interessante «lokale» Stadtführung. Dann Fahrt zur Herkules-Grotte (der Eintrittspreis grenzt aus unserer Sicht an «Abriss») aber natürlich sehenswert. Dann Fahrt zum Kap Spartel.. Eindrücklich! Am 2. Tag war das Riad mit einer Hochzeitsgesellschaft belegt. Ein tolles und spezielles Erlebnis für uns und unsere beiden Frauen wurden seitens der weiblichen Hochzeitsgesellschaft sogar eingeladen, alles etwas näher zu geniessen. Sehr charmant; auch wir zwei Männer wurden mit Tee und Datteln begrüsst.

16.09.2025 (Tag 7)
Fahrt von Tanger über Tetaouan (der Ort hätte mehr als einen knapp einstündigen Stopp verdient) zum Rif-Gebirge und zum Talassemtane Nationalpark. Gut 30-minütiger Fussmarsch ins Tal zu den Cascades der Akchour. Schockierend an diesem Fussmarsch war, dass die Abfallentsorgung (Glas, Petflaschen, Papier und sonst allerlei) einfach am Wegesrand geschieht und entsprechend auch das Flusswasser verschmutzt. Aber kein Wunder, auf der ganzen Strecke war kein einziger Abfalleimer zu finden. Das müsste verbessert werden; es handelt sich um einen Nationalpark, welcher auch ein Touristenmagnet ist. Unsere Anregung: Ein «Ranger» müsste patrouillieren, um eine gewisse Kontrolle auszuüben. Weiterfahrt bis nach Chefchaouen. Erster Eindruck bei der (sehr sauberen) Einfahrt in den Ort war: «Was machen wir hier 2 Tage lang?». Spätestens nach Ankunft (sehr steiler Weg mit Treppenstufen) im «Hotel Dar Jasmine» war diese Frage beantwortet . Eine Oase der Ruhe, sehr gepflegt, tolle Zimmer (Senior Suiten) mit Balkon und Blick auf die blaue Stadt. Sogar den Pool konnten wir geniessen. Essen ausgezeichnet und man hat uns sogar darauf aufmerksam gemacht, dass wir problemlos selber eine Flasche Wein kaufen und zum Nachtessen (kostenfrei) mitbringen können. Obwohl wir bis dato eigentlich «keine Entzugserscheinungen» hatten, haben wir dann zum Essen schlussendlich eine gute Flasche Rotwein (Region Meknes) genossen.

17.09.2025 (Tag 8)
Erkundung von Chefchaouen zu Fuss. Ein sehr malerischer Ort; jede Gasse ein kleines Kunstwerk und sehr zurückhaltende Leute, welche ihre Waren anbieten. Man könnte sich da mit sehr vielen, handgemachten Erinnerungen eindecken Den «freien» Nachmittag am Pool haben wir alle sehr genossen; es braucht bei einer solchen Reise einfach immer mal wieder etwas Zeit, um sein Hirn zu ordnen, Fotos zu sortieren und einfach das bereits Erlebte zu verarbeiten (diese Zeit hatten wir oftmals gar nicht).

18.09.2025 (Tag 9)
Fahrt von Chefchaouen über Moulay Idris / Volubilis via Meknes nach Fès. Volubilis ist sehr empfehlenswert (41* am Schatten ). Tolle Ausgrabungen bzw. Ruinen aus der römischen Zeit. Wir wurden vor Ort von einem «lokalen» Guide begleitet, welcher uns in einem erstaunlich guten Deutsch (nur von Touristen gelernt) durch diese historische Anlage führte; grosses Kompliment! Auch das grosse Restaurant ganz in der Nähe ist ein ausgezeichneter Ort, um sich kurz an den Schatten zu setzen und etwas zu essen. Weiterfahrt nach Meknes; hier jedoch nur ein Blick von den Stadtmauern von aussen, Zeit für ein Getränk (es war immer noch sehr heiss) und dann weiter bis Fès. Hier wurden wir bei der Stadtmauer (zur Madina) ausgeladen und von zwei Personen des «Palais d’hôtes Suites & Spa» zur Unterkunft geführt. Und dieses Haus war eine wirklich grosse Enttäuschung für uns! Das «Palais d’hôtes Suites & Spa» ist mehr «Schein als Sein». Der Innenhof beeindruckt durch die Grösse und Mosaike, die Zimmer beindrucken durch Schummrigkeit und Schmutz. Geführt ausschliesslich von Männern, Service miserabel (Ausnahme war der Kellner, welcher uns im Innenhof das Frühstück servierte), Sauberkeit – gelinde gesagt – schlampig. Die Duschtüre liess sich nur mit Gewalt bewegen, der WC-Deckel blieb in meiner Hand, nachdem ich diesen zum ersten Mal öffnen wollte. Die auf der Website so gerühmte Dachterrasse war ein Reinfall, nachdem wir über 20 Minuten warteten, bis überhaupt jemand erschien, haben wir uns anderweitig entschieden. Dieses Haus scheint seinen Zenit schon lange überschritten zu haben und auch unser «lokaler» Guide am nächsten Tag (Name: Fouad) hat das bestätigt.

19.09.2025 (Tag 10)
Wir genossen eine ganztägige Stadtführung (inkl. Mittagessen) mit unserem «lokalen» Guide Fouad. Ein höchst gebildeter, interessanter und charismatischer Mann (gegen 60) mit einem nicht endenden Wissen wir haben uns bemüht, Ihm ein «Loch in den Bauch» zu fragen er konnte alle Fragen in fast perfektem Deutsch beantworten! Es schien ihm aber auch Freude zu bereiten, wie interessiert wir über Alles waren! Grosses Kompliment an Fouad! Auch der Besuch der Gerberei hat uns tief beeindruckt; die uns ausgeteilten Minzenblätter haben wir sehr geschätzt ! Am Abend dann ein Besuch zum Nachtessen bei einer «Berber»-Familie (welche allerdings gar keine Berber waren). Das hat unser Erlebnis aber in keiner Weise negativ beeinflusst; wir wurden bestens verköstigt und unser Geschenk (Schweizer Schokolade) wurde dankend entgegengenommen. Natürlich sind solche Besuche immer etwas «steif» man kommt als «wildfremder Tourist» zu einer «wildfremden Familie» und sollte sich dann gute zwei Stunden möglichst persönlich (und doch auch belanglos) unterhalten. Aber wir hoffen, dass auch diese Gastfamilie unseren Besuch geniessen konnte; wir haben es getan!

20.09.2025 (Tag 11)
Der heutige Tag hat uns eine «Gewalts-Etappe» geboten. Knappe 500 km bis nach Merzouga und dies mit Halt in Ifrane, dann kurzer Besuch des Bergsees Aguelmame Sidi Ali , Durchfahrt Midelt, Ziz-Tal, Erfoud und Rissani. Hier haben wir uns gefragt, ob diese Etappe nicht in 2 Tagen gefahren werden sollte mit einer Übernachtung in Midelt. Allerdings wissen wir nicht, ob es in Midelt eine geeignete Unterkunft geben würde. Die Ankunft im «Riad Madu» in Merzouga (erst gegen 20.00h) hat uns aber für die Strapazen belohnt. Ein schönes, sauberes Riad mit grossen Zimmern, gutem Essen, einem schönen Innenhof für den «marokkanischen Whisky» nach dem Nachtessen und einem gepflegten Schwimmbad hat uns erwartet.

21.09.2025 (Tag 12)
Heute besuchten wir am Morgen zu Fuss eine «Plantage/Oase» mit einem interessanten Bewässerungssystem. Und erstmals sahen wir die Dromedare auch aus kurzer Distanz. Und auch der Besuch dieses Hauses mit Gnaoua-Konzert stand auf dem Programm. Das damit verbundene Mittagessen dort hätten wir aber gerne ausgelassen; lieber wären wir noch 1 Stunde länger im Riad Madu geblieben. Gegen 16.30h wurden wir dann samt Gepäck von einem Fahrer mit Geländewagen abgeholt, welcher uns zum Startpunkt des (kurzen) Dromedar-Erlebnisses fuhr. Das heisst: Er fuhr nicht, er raste und zwar in einer Art und Weise, dass wir ihm sagen mussten, sich zu mässigen, denn wir würden die Dromedare noch gerne lebend besteigen . Das mag einem lokalen, jungen Mann Eindruck machen, uns machte es Angst. Bei Ankunft in der Erg Chebbi im «Luxury Camp Madu» haben wir dann realisiert, wie nahe wir an der Zivilisation sind (eigentlich nur wenige Kilometer von Merzouga entfernt). Entsprechend auch der Tourismus (Gruppenreisen werden hier meist nur für 1 Nacht hingebracht ). Das (Luxury) Camp war für uns eher enttäuschend. Auch hier nur Männer, welche zwar wirklich bemüht und freundlich waren aber die Sauberkeit im Zelt liess sehr zu wünschen übrig. Es ist unangenehm, wenn man in die Dusche steht und erstmal den von Haaren verstopften Abfluss selber reinigen muss. Das Essen war gut, der Service effizient. Dafür hatten wir aber auch das Erlebnis, dass es am nächsten Tag a) regnete und b) ein kleiner Sandsturm über das Camp fegte. Es war unangenehm und doch hat es uns sehrbeeindruckt; Wer erlebt das schon in der Sahara?

22.09.2025 (Tag 13)
Diesen 2.Tag in der Erg Chebbi hätten wir uns sparen können. Wir sind zwar zum Sonnenaufgang auf eine kleine Düne gelaufen aber dieses Erlebnis konnten wir ja dann später in der Erg Chegaga in vollsten Zügen geniessen. Lieber hätten wir diese 2 Nacht im Riad Madu verbracht, um etwas Erholung zu geniessen. Also «genossen» wir den Regen und den Sandsturm… und auch wieder das gute Essen, welches präsentiert wurde.

23.09.2025 (Tag 14)
Eine sehr abwechslungsreiche Fahrt von Merzouga über Erfoud (Datteln und Fossilien), Todra-Schlucht, Tinghir/Tinerhir, Boumalne du Dadès bis nach Ouarzazate. Oasen, Pass- Strassen, halbwüstenähnliche Gebiete und Vegetation wechselten sich ab !! Das «OZ Palace» in Ouarzazate war dann wieder eine Oase für uns. Sauber, sehr geräumige Zimmer, gutes Essen, ruhige Lage, schöner Innenhof mit Garten und Pool. Ankunft leider erst gegen 19.30h.

24.09.2025 (Tag 15)
Heute zuerst ein Besuch der Atlas Studios (interessant zu sehen), dann weiter zur Kasbah von Ait Ben Haddou. Sehr viele Besucher, man muss die Kasbah schon fast in «Einerkolonne» durchlaufen Aber wir dürfen ja nicht für uns in Anspruch nehmen, die Einzigen zu sein. Zum Abschluss noch die Kasbah Taourirt. Wieder ein sehr gefülltes Programm, dass uns aber noch gute 2 Stunden «Erholung» im OZ Palace zugestand.

25.09.2025 (Tag 16)
Heute Fahrt von Ouarzazate durch das Wadi Draa und Zagora bis Tamegroute. Unterwegs der hochspannende Besuch eines Wochenmarktes in Tansifte (nähe Agdz). Das war ein Erlebnis! In Tamegroute besichtigen wir die faszinierende Bibliothek (der «lokale» Guide sprach ein sehr gutes Deutsch!) und besuchten den Töpferei-Betrieb. Für uns teilweise schockierend, wie die jungen Männer unter einfachsten Bedingungen die Öfen feuerten oder an ihrer Drehscheibe die Töpfe formten. Aber alle sahen zufrieden, ja sogar stolz aus und wir liessen uns informieren, dass es eine Ehre sei, diese Arbeit seit Generationen für die Familie tätigen zu dürfen! Auch das Monument «Timbouctou 52 Jours» (per Dromedar) durfte nicht fehlen. Schon in Tamegroute verliessen wir unseren Chauffeur samt Bus und stiegen (samt Gepäck) auf einen Geländewagen um. Dieser fuhr uns (in sehr abgeklärter und sicherer Fahrweise) nach Mhamid. Ein letzter Stopp für Trinkwasser und dann gings ohne Asphaltstrasse weiter. Für die rund 50 km bis zum Camp benötigen wir knapp 3 Stunden aber es hat sich gelohnt! Das «Touareg Dream Chegaga Luxury Camp» ist nun wirklich (zumindest für uns) tief in der Sahara gelegen. Zwar hat es in der näheren Umgebung noch andere Camps aber hier fühlten wir uns gut. Die Ankunft erfolgte genau zum Sonnenuntergang, welchen wir im Camp erleben konnten. Die Zelte sind wesentlich komfortabler und grösser als in Erg Chebbi und wir staunten, was uns die (wiederum nur männlichen) Angestellten alles zum Essen auf den Tisch zauberten. Sehr freundliche und nette Atmosphäre.

26.09.2025 (Tag 17)
Der heutige Tag war einem Ausflug zu einer Nomadenfamilie (Berber) gewidmet. Wir durften auf sehr persönliche Art erleben, wie das Brot im Feuer bzw. in der Glut/Asche gemacht wurde und auch ein Tee samt Datteln auf einem Teppich wurde uns gereicht. Hier hatten wir nicht das Gefühl zu «stören», man lebte einfach sein Leben (mit oder ohne uns). Unser Fahrer mit Geländewagen hat – zusammen mit unserem Guide – ein Picknick bei einer kleinen Oase organisiert. Ein grosser Teppich am Boden unter einer schattenspendenden Palme und wir wurden mit einem herrlichen Essen (marokkanischer Salat, Poulet-Brochette, Rindfleisch, Früchte) verwöhnt. Da es im Camp viel zu heiss gewesen wäre, haben wir die «Siesta» gleich bei dieser Oase gemacht und uns erst wieder am späteren Nachmittag auf den Weg zum Camp gemacht. Es folgte ein «einsamer» Ritt auf dem Dromedar (nur wir Vier) bis zum Fusse einer grossen Düne, welche wir dann zu Fuss erklommen (zwei Schritte vor, einer zurück). Aber was für eine gewaltige Sicht auf ein Dünenmeer, soweit das Auge reichte. Eigentlich in seiner grandiosen Schönheit gar nicht zu beschreiben! Und vom wundervollen Sonnenuntergang ganz zu schweigen! Man verharrt in Demut!

27.09.2025 (Tag 18)
Heute wurden wir von Erg Chegaga mit dem Geländewagen westwärts (wiederum 3 Stunden) bis nach Foum Zguid gefahren. Dort wartete wieder unser Chauffeur samt Bus auf uns. In der Wüste konnten wir auch noch – so unglaublich es tönen mag – mit eigenen Augen Fossilien sehen, welche seit zig Millionen Jahren einfach dort liegen. Überhaupt hat uns die Vielfalt der Sahara imponiert (Nationalpark D’Iriqui, ausgetrocknete Flussbeete, Bergketten, Allougoum, Salzebenen). Mittagessen-Stopp in Tata. Nach einer langen, kurvenreichen Strecke treffen wir gegen Abend in Tafraoute ein und beziehen die Zimmer in der «Kasbah Auberge Chez Amaliy». Geräumige Zimmer (mit Klimaanlage), grosser Pool im Innenhof. Die Eigentümerin ist fast immer vor Ort, allgemein freundlicher Service. Am Abend stösst unser neuer Guide zu uns, da Abderrahim Oufina wegen seiner grossen Zahnschmerzen am nächsten Morgen schnellstmöglich nach Marrakech reisen muss.

28.09.2025 (Tag 19)
Morgens Besuch mit unserem neuen Guide «Abdil» der «Pierres Bleue» des belgischen Künstlers Jean Verame. Ebenfalls kurzer Fotostopp beim «Chapeau de Napoléon». Der Besuch einer Kasbah mit einem historisch anmutenden Museum wird abgerundet durch die sehr detaillierte Schilderung/Erklärung über die traditionelle Tee-Zeremonie in Marokko. Es ist schon ein wenig mehr, als einfach nur Wasser von einem grazilen Teekännchen in die Teegläser zu giessen ! Ein sehr interessanter Besuch. Es bleiben uns gute 3 Stunden Ruhe am Pool vor dem Nachtessen.

29.09.2025 (Tag 20)
Fahrt westwärts über Tiznit bis nach Agadir am Atlantik. Nach den letzten Tagen in der Natur gewöhnen wir uns (gezwungenermassen) wieder an eine Portion Hektik, Lärm und regen Strassenverkehr. Mittagessen-Stopp in Agadir und kurzer Spaziergang zum Yachthafen (sehr malerisch). Weiterfahrt über den Strand von Taghazout. Wir beobachten die ersten Ziegen auf den Argan-Bäumen und wissen, dass die Argan Öl Kooperative nicht mehr weit sein kann. Die anwesenden Damen erklären und zeigen uns kurz (wir waren stark verspätet) einige Details über die Herstellung und Anwendung des Öls. Wir alle waren überzeugt von den vorhandenen Produkten, was sich in einer grossen Kauffreudigkeit manifestierte. Der leider nur kurze Aufenthalt war freundlich und wir fühlten uns willkommen. Eintreffen im Hotel «Le Medina Essaouira Thalasso» gegen 19.30h. Wir erfahren von unserem Guide, dass sowohl unser Chauffeur samt Fahrzeug, wie auch er selber (Guide) sofort nach Marrakech zurückbeordert wurden, da wir in Essaouira ja unsere «Freitage» hätten. Dieses Thema wurde aber bereits mit L’Evasion Tours abgehandelt und auch geklärt! Die Zimmer (Superior Vue Mer) sind in Ordnung aber der «Lack bröckelt in diesem sogenannten Erstklasshaus doch schon beträchtlich ab» Nachtessen im hoteleigenen «Beach»Restaurant, welches direkt am Strand liegt. Ein Pluspunkt für dieses Hotel, denn auch tagsüber hat man dort als Hotelgast seinen «privaten» Strand mit Liegebetten und Sonnenschirmen (samt Bar-Service).

30.09.2025 (Tag 21)
Das Frühstück wird im Innenhof (beim Pool) serviert. Service sehr schleppend und meist ziemlich desorganisiert. Alles zwar freundlich, aber es fehlt wohl etwas an Ausbildung und Kontrolle. Wir besuchen die Altstadt mit dem Souk, geniessen ein leichtes Mittagessen auf der Dachterrasse mit Blick auf den alten Festungswall (samt Kanonen) und lassen uns auf dem Fischmarkt «inspirieren». Die von uns angesprochenen Fischer waren sehr gesprächig und haben uns einiges über ihren Arbeitsablauf erzählt. Zurück zum Hotel und etwas ausspannen am hoteleigenen Strand. Zum Nachtessen fanden wir ein Restaurant in der Madina, welches uns zuerst etwas «herausforderte» (enge Treppen in den 3. Stock); aber dann doch zu einem Erlebnis wurde, welches wir nicht missen möchten. Zum Abschluss ein «Whiskey Maroccaine» in der Madina.

01.10.2025 (Tag 22)
Die Damen entscheiden sich zu einem langen Spaziergang vom Hotel aus entlang des schier endlosen, herrlichen Strandes nach Süden; die Männer bevorzugen einen erneuten (gemütlichen) Besuch der Madina. Am Nachmittag etwas Zeit am hoteleigenen Strand und dann ein frühes Nachtessen im «Beach»Restaurant.

02.10.2025 (Tag 23)
Im Laufe des Morgens Transfer von Essaouira nach Marrakech. Fahrer spricht nur ein paar wenige Worte Englisch. Kurzer Kaffee-Stop in der Nähe von Chichaoua. Ankunft in Marrakech auf dem uns bereits «bekannten» Parkplatz am frühen Nachmittag. Dort – wie immer – Chaos pur und über die Geschichte mit den uns unbekannten «Gepäckträgern» haben wir ja bereits gesprochen. Eine letzte Nacht im «Riad Les Sources Berberes» (die Küche für das Nachtessen war immer noch geschlossen..). Das letzte Nachtessen in Marokko wollten wir auf derselben Dachterrasse erleben, wie unser Erstes. Also besuchen wir nochmals das «Dar L’hssira» und wurden nicht enttäuscht!

03.10.2025 (Tag 24)
Nach dem Frühstück im Riad bringt uns ein Hotelangestellter verdankenswerter Weise zum Parkplatz. Das Gepäck tragen wir möglichst selber (Gründe bekannt .. ) Auf dem Weg zum Flughafen besuchen wir den «Jardin Majorelle» (Yves Saint Laurent). Die Tickets hat uns Abdil noch in Essaouira online gekauft; er hat dafür grosses Engagement gezeigt. Dieser Besuch hat sich sehr gelohnt; die Menge der Besucher wird hervorragend «kanalisiert» mit klarem Zeitfenster für den Eintritt. Der Besuch im Museum YSL hingegen hat aus organisatorischem Versäumnis leider nicht mehr geklappt (wir hatten dieses Bedürfnis aber schon anfangs Reise geäussert). Dann Fahrt zum Flughafen und Aufgabe des Gepäcks. Im Transit bzw. Tax Fee dann eine uns unerklärliche Überraschung! Wir hatten noch etwas MAR (Dirham) übrig, welche wir natürlich noch ausgeben wollten. Wir mussten uns aber belehren lassen, dass der Tax Free in Marrakech keine Dirham als Zahlungsmittel akzeptiert Ausnahme waren die «lokalen Touristenshops», in welchen wir uns dann – mangels Alternative – nochmals mit Seifen, Datteln etc. eindeckten. Dieser Hinweis wäre in den Reisedokumenten noch hilfreich bzw. Notwendig.

Noch ein paar ausgesuchte Punkte:
Fahrer samt Fahrzeug: Unser Fahrer «Abderrahman» (hoffe, die Schreibweise ist korrekt) hat uns während seines Einsatzes in hervorragender Weise durch Marokko geführt. Eine sehr sichere und überzeugende Fahrweise, welche es uns erlaubte, auch die langen Fahrstrecken entspannt zu geniessen. Sein Französisch war gut und so konnte er teilweise auch noch eine kleine Reiseleiterfunktion übernehmen. Es wäre evtl. noch sinnvoll, wenn im Fahrzeug eine einfache Kühlbox vorhanden wäre, denn unser Wasserkonsum kannte keine Grenzen.
Reiseleiter: «Abderrahim» war sehr bestrebt, uns jeden Dienst bestmöglich zu erweisen. Er hat sich organisatorisch ausgezeichnet um uns gekümmert. Wir würden ihn aber eher als Reisebegleiter, denn als Reiseleiter bezeichnen. Wir haben festgestellt, dass seine Kernkompetenz beim Begriff «Nature Guide» liegt (so stand es auch auf seinem «Badge»). Bei spezifischen Fragen unsererseits war er oftmals unsicher und fragte auch zuerst den Fahrer Wir haben dann vorgeschlagen, dass er uns jeden Morgen für knapp 15 Minuten ein eingegrenztes Thema erläutert (z.B. Wirtschaft, Politik, Landwirtschaft, Bildung, Religion etc.). Wir mussten ihn dann allerdings immer wieder mit konkreten Fragen daran erinnern. Wir verstehen nun, dass es eher schwierig sein dürfte, einen Reiseleiter zu haben, welcher nicht nur das ganze Land kennt, sondern auch noch gutes Deutsch spricht. Da er ja mit einer Schweizerin (nähe Bern) verheiratet ist, ist es vorstellbar, dass er sich anfangs 2026 bei uns melden wird.
Reiseleiter «Abdil»: Er hatte ein grosses Wissen über sein Land konnte dies auch in gutem Deutsch vortragen. Wir hätten uns gut vorstellen können, die ganze Reise mit Ihm als Reiseleiter absolviert zu haben. Wir glauben verstanden zu haben, dass seine Ausbildung auch die Führung durch das ganze Land rechtfertigen würde.
Trinkgelder: Wir waren bestrebt, alle Trinkgelder korrekt zu geben. Da war die von Ihnen gegebene Empfehlung für uns keine «Richtlinie», da wir uns fragten, wie hoch das Trinkgeld ausfallen müsste, wenn anstelle von 4 Personen deren 12 im Fahrzeug gewesen wären? Wir haben z.B. unseren Fahrer mit demselben Ansatz «berücksichtigt», wie auch die beiden Reise(beg)leiter. Wir haben nicht eingesehen, weshalb der Fahrer weniger haben sollte, als der Reiseleiter; seine Arbeit war ebenso wertvoll, denn er hat uns wohlbehalten über mehrere tausend Kilometer geführt!
Aber es ist und bleibt schwierig, ein «korrektes» Trinkgeld zu geben. Allerdings ist für uns ein Trinkgeld auch die Wertschätzung einer guten oder sogar besonderen Leistung, sicher aber nicht Lohnbestandteil, denn wir hoffen und gehen davon aus, dass die Leute in der Tourismusbranche Marokkos angemessen entlöhnt werden. Vorschläge im Sinne einer konstruktiven Anregung Wir haben uns mit dieser Route einiges zugemutet. Das ist uns auf dieser umfassenden Reise mit jedem Tag mehr bewusst worden. Selber würde ich diese Reise mit fast unveränderter Route zwar empfehlen, jedoch mehr Zeit investieren (ca plus 1 Woche). So wäre es an einigen Etappenorten (welche wir als «Top» bewertet haben) von Vorteil gewesen, wenn wir 1 Nacht mehr Zeit gehabt hätten. Es hätte uns etwas mehr «Erholung» ermöglicht. Das Riad in Marrakech hat uns allen sehr gefallen und wir waren wirklich nur ein paar Schritte von der Madina mit dem Djema el Fna entfernt. Würde die Küche eines Tages wieder funktionieren, ja dann Die Erg Chebbi nur 1 Nacht, dafür allenfalls 2 Nächte im Riad Madu. Es bliebe dann Zeit zum Besuch der Oase/Bewässerungsanlage und der Musikvorführung. In Tanger und Fès könnte auch ein Hotel ausserhalb der Madina gewählt werden, solange man dort eine geführte Tour zu Fuss durch die Madina machen kann.

Diese Marokko-Rundreise war ein tolles Erlebnis und bleibt unvergesslich! Wir sind dankbar, dass alles unfallfrei verlaufen ist und wir gesund zurückkehren durften! Es bleibt uns nun die Herausforderung, aus dem fast unerschöpflichen Bildmaterial die «besten» Bilder herauszufiltern! So wird diese Reise definitiv unvergesslich bleiben!

Herzlichen Dank und freundliche Grüsse

Familie Hans-Peter Z. & Corine B.


Individuelle Marokko Reisen mit L Evasion Tours