Individuelle Reise nach São Tomé

26.9. – 12.10.2025

Unser Urlaub auf São Tomé

Von Hamburg über Lissabon erreichten wir São Tomé um 17:10, kurz bevor es dunkel wurde. Johnson von Mistral Voyages erwartete uns und brachte uns zur Omali Lodge, unserer Unterkunft für die erste Nacht. Unser Leihauto, ein Suzuki Jimny, wurde uns gegen Vorlage des Vouchers von Nelson übergeben. Die Omali Lodge ist eine sehr schöne Unterkunft mit gepflegtem Garten und Appartements hufeisenförmig um einen Pool angelegt. An der Poolbar lernten wir zufällig die Hotelmanagerin kennen, sie machte uns später das überaus freundliche Angebot, am Abreisetag den Außenbereich des Hotels noch zu nutzen.

27.9. Nach dem leckeren Frühstück checkten wir aus und begaben uns zum Dobra 24 Geldautomaten direkt am Hotel gelegen. Problemlos konnten wir mit der Visakarte maximal 1500 STN abheben.

Danach fuhren wir mit unserem LeihwagenRichtung Praia Inhame Lodge. Auf dem Weg dorthin machten wir einen Stopp beim Boca do Inferno sowie beim Wasserfall Cascata de Praia Pesqueira.

Für die ca 40km brauchten wir bei den dortigen Straßenverhältnissen inklusive der beiden Aufenthalte fast 5 Stunden 🙂 zunächst bekamen wir keine Beachfront Unterkunft – wie gebucht – zugewiesen, doch nach „Beschwerde“ unsererseits bezogen wir die Hütte Carambola mit direktem Meerblick und Blick auf die Äquatorinsel Rolas.

29.9. Heute machten wir eine Wanderung am und oberhalb des Sandstrandes zur Praia Piscina und weiter zur Gambela Ecolodge, einer Lodge, die neu renoviert und erweitert wird. Unterwegs trafen wir innerhalb der angelegten Ökoplantagen auf einen „Kokosnuss Kletterer“, der unseretwegen seine Ernte unterbrach und für uns 3 Kokosnüsse (für 5€) öffnete, so dass wir das Wasser und Mark genießen konnten.

30.9. Da es morgens regnete und auch gewitterte, verschob sich unsere Bootstour rüber nach Rolas auf den nächsten Tag. Als der Regen am späten Vormittag vorbei war, machten wir eine Strandwanderung zur nächsten Bucht Richtung Porto Allegre. An der Bucht Praia Cabana gibt es ein total cooles familiengeführtes Strandrestaurant, Restaurante Salutar. Wir fühlten uns dort sehr willkommen und bestellten auf Empfehlung des Eigentümers Octopus, seweviert mit Reis, frittierten Bananen- und Süßkartoffelscheiben sowie Yamsstäbchen, Passionsfrucht und Papaya zum Dessert.

1.10. Um 9:00 Uhr startete unsere Bootstour durch die Wellen rüber nach Rolas, der Äquatorinsel. Unser Guide Jaime führte uns „durch den Ort“ zunächst zum Äquator Denkmal.

Weiter ging es durch den „Wald“ zunächst zur kleinen wilden Bucht Praia Bateria. Baden sollte man hier nur bei ruhiger See… Weiter ging es an der Küste entlang zur Badebucht Praia do Café. Dank unseres Guides Jaime tauchten um die Mittagszeit Frauen mit unserem Mittagessen auf. Der Tisch wurde für uns gedeckt und wir genossen gegrillten Fisch, Reis, gebackene Bananen und Yamwurzeln. Dazu das lokale Bier Rosema sowie zum Abschluss einen Kaffee – alles sehr schmackhaft.

Um 13:30 kam unser Boot, und es ging zurück zur Inhame Lodge. Ein schöner Tag mit vielen besonderen Erlebnissen.

2.10. Für heute hatten wir Jaime wieder als Guide gebucht (20€ für den Tag). Mit unserem Leihwagen fuhren wir zunächst nach Malanza, um von dort aus eine Bootsfahrt auf dem Malanza durch die Mangroven zu machen. Auf der 1,5 Stunden dauernden Tour sahen wir zahlreiche Makakas in den Bäumen, des weiteren Kormorane und Eisvögel.

Anschließend fuhren wir in den Ort hinein, um zu tanken. Die Tankstelle war ein Verkaufsstand mit Benzin in Rotweinflaschen. Wir orderten 5 Flaschen, bekamen einen Trichter gereicht und wollten das Benzin einfüllen… Doch wo befand sich der Öffner für den Tankverschluss??? Viele hilfsbereite Menschen versuchten ihr Glück und suchten im Innern des Jimny nach dem Schalter, nach ca 40 Minuten hatte ein Schüler mit Hilfe von „Google“ herausgefunden, dass er sich unter der Fußmatte beim Fahrersitz befand… Welch ein Erlebnis!

Weiter ging die abenteuerliche Fahrt zum Aussichtspunkt vom Pico Grande. Auch hier ließen wir uns beim Verkaufsstand eine Kokosnuss schmecken und unterstützten die Locals mit dem Kauf von Souvenirs.

Danach fuhren wir zurück nach Porto Allegre. Dort hatte Jaime für uns bei Suzanna Mittagessen bestellt – alleine hätten wir dieses „Hausrestaurant“ nie gefunden. Für uns war bereits angedeckt – es gab gegrillten Fisch, Tintenfisch, Reis und gebackene Bananenstreifen – alles sehr lecker.

Gegen 14 Uhr waren wir zurück in der Inhame Lodge.

3.10. Heute unternahmen wir eine Wanderung nach Vanhá zur Gin Distillery. Auf bekanntem Weg zunächst am Praia Piscina vorbei zur Gambela Eco Lodge. Dort zeigte uns ein Mitarbeiter, dass es einen Weg oberhalb der Küste zur Praia Jale gibt ← bei MapsMe war er nicht eingezeichnet. Der Weg war erkennbar und auch gut begehbar. Am Praia Jale lockte zwar das Meer, doch wir hatten Respekt vor den Wellen und der möglichen Unterströmung – zudem waren wir dort ganz alleine. Von hier aus erreichten wir nach ca 1km Vanhá. Dort empfing uns der Besitzer Bastian, ein Franzose, der seit über 20 Jahren auf São Tomé lebt und dort seinen Traum verwirklicht hat. Er experimentiert mit vielen Dingen auf traditionelle Art und Weise, baut u.a. Vanille und Kaffee an und stellt Gin und diverse Liköre her. Auch kann man dort übernachten in geschmackvoll eingerichteten Unterkünften mit Meerblick.

4.10. Nach dem Frühstück konnten wir unsere Tourismussteuer- und Getränkerechnung mit einer SEPA Überweisung auf ein portugiesisches Konto der Inhame Lodge bezahlen – sehr komfortabel, so „sparten“ wir unsere mitgenommenen Euros für später.

Auf bekannter Straße fuhren wir zu unserer nächsten Unterkunft, der Roça São Joao dos Angolares. Im Restaurant der Roça war viel Betrieb. Der Inhaber, der portugiesische Fernsehkoch João Carlos Silva war selber vor Ort, er befragte seine Gäste und arbeitete selbst in der Küche mit.

Wir bekamen Zimmer Nr 6 im 1. Stock zugewiesen. Das „alte Gemäuer“ ist nach viel Regen relativ grundfeucht, aber für 2 Nächte okay. Lediglich die Größe des Bades lässt zu wünschen übrig – auch hat man bei Stromausfall (der häufiger vorkommt) weder Licht noch fließend Wasser. Zum Glück verfügt die Roça über einen eigenen Generator.

Ich verbrachte den Tag lesend in der Lobby, bzw. im Restaurantteil – mein Mann war leider von einem Magen-Darm-Virus lahmgelegt…

Zum Abendessen wurde uns Manioksuppe serviert, als Hauptgericht gab es entweder Hähnchen oder gegrillten Fisch mit Gemüse, Reis, Süßkartoffelsticks und gebratener Banane. Das Dessert bestand aus karamellisierter Papaya mit Maracujasauce und geriebenem Käse.

5.10. (Sonntag) Nach einer regnerischen Nacht schien nach dem Frühstück die Sonne. Wir entschieden uns mit dem Auto nach São Tomé Stadt zu fahren. Wir schauten uns das Justiz- und Regierungsviertel an, den Regierungspalast und ließen uns an einem Stand einen frisch zubereiteten Zuckerrohrsaft schmecken.

Anschließend suchten wir mit GoogleMaps eine Tankstelle, betankten das Auto – zahlen konnten wir nur mit Bargeld. Zum Glück hatten wir genügend Dobras dabei. Die weitere Versorgung mit Bargeld an den Dobra24 Automaten gestaltete sich äußerst schwierig, am Wochenende waren fast alle leer…

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Badestopp am Surfstrand Praia Das Sete Ondas.

Rechtzeitig zum Abendessen waren wir zurück in derRoça.

6.10. Heute ging unsere Reise weiter zur nächsten Unterkunft. Über São Tomé Stadt zur Mucumbli Lodge im Norden der Insel. Von São Tomé Stadt bis Guadeloupe ist die Straße richtig gut ausgebaut, danach ging es wieder auf eine Schlaglochpiste, wie wir sie aus dem Süden der Insel schon kannten

Die Mucumbli Lodge kurz hinter Neves ist sehr idyllisch gelegen. Wir bezogen den Bungalow „Fruta Pão“, herrlich gelegen mit Terrasse, Meerblick, tollem Ambiente – sehr geschmackvoll eingerichtet. Das Restaurant der Lodge mit überaus freundlichem Personal ist ebenfalls sehr ansprechend. Zum Abendessen wählten wir auf Empfehlung des Kellners Chinikov Calulu, ein nationales leckeres Eintopfgericht mit viel Gemüse, Kräutern, geräuchertem Fisch,… bestreut mit Maniokpulver, dazu Reis und gebackene Bananenstückchen. Sehr lecker!!! Zum Dessert dann ein Schokoladenmousse à Claudio Corallo – ein weiteres Essens-Highlight

7.10. Heute hatten wir über die Lodge eine geführte Wanderung gebucht: die Tour Wege des Wassers, eine Tour entlang einer alten portugiesischen Levada durch Kakaoplantagen, Primär- und Sekundärwald sowie mehreren Tunneln und über (ziemlich marode) Brücken.

Um 10 Uhr wartete unser Guide Josy auf uns, mit unserem Auto fuhren wir zum Ausgangspunkt der Wanderung. Gleich hinter der Mucumbli Lodge ging es auf Kopfsteinstraße an Ponta Figo und der ehemaligen Kakaoplantage Manuel Morais auf abenteuerlicher Strecke vorbei an einer Straßenbaukolonne, welche mit Manpower neue Ablaufrinnen (Levadas) bauten sowie Kopfsteinpflaster neu verlegten, zum Startpunkt. Unser Guide Josy sprach sehr gutes Englisch und erklärte uns Teile der endemischen Pflanzen- und Tierwelt. Die durchaus abenteuerliche Tour führte stetig bergan, an der „abgedeckelten“ Levada entlang über eine ziemlich marode Brücke (ohne Geländer) zum ersten ca 500m langen Tunnel, an dessen Ende uns der spektakuläre Wasserfall Cascata Angolar erwartete. Hier herrscht eine wirklich mystische Atmosphäre am Ausläufer des Obo Nationalparks. Weiter ging es durch einen fast 1000m langen Tunnel mit inzwischen nassen Füßen, da auf den Tunnelwegen das Wasser zum Teil knöcheltief stand. In den folgenden Tunneln leben viele Fledermäuse, sie flogen erschreckt hin und her. Inzwischen regnete es, so dass wir ziemlich nass wurden. Kurz nach 14 Uhr erreichten wir das Wasserwerk mit Blick auf Neves, und ca 30 Minuten später waren wir am Auto. Auf dem gleichen abenteuerlichem Weg vorbei an den fleißig arbeitenden Straßenbauarbeitern ging es zurück zur Lodge. Wir verabschiedeten uns von unserem Guide Josy, der uns wirklich mit vielen Informationen versorgt und alle unsere Fragen bereitwillig beantwortet hatte.

Unser heutiges Abendessen war Santola (Spidercrab) Pasta – ebenfalls sehr lecker – und zum Nachtisch wählten wir wieder Mousse au Chocolat.

8.10. Heute war für uns ein „Lazy Day“. Wir erkundeten ein wenig den Vulkanstrand unterhalb der Mucumbli Lodge – es ist schon anstrengend, dort auf dem steinigen Strandabschnitt an der Bucht entlang zu wandern.

Wir genossen später den Ausblick von unserer Terrasse sowie von der Terrasse des Restaurant aus – dort gibt es eine W-Lan Verbindung. Zum Abendessen wählten wir auf Empfehlung von Chinikov Molho no Foto comida, eine Art Fisch-Fleisch-Gulasch mit Reis, es schmeckte uns gut.

9.10. Mit unserem Auto fuhren wir heute „bis an Ende der Straße bei Santa Catarina“. Zunächst ging es auf Empfehlung der Rezeption zur Kakaoplantage Diego Vaz, einer ursprünglich erhaltenen Roça ganz in der Nähe der Mucumbli Lodge. Dort bekamen wir für 10€ pro Person eine englischsprachige Führung und lernten vieles über den Anbau, die Ernte der Kakaofrüchte, der Fermentierung und Trocknung beim Gang durch die Plantage und der Gebäude. Zum Abschluss bekamen wir Kaffee und verschiedene Kakaosorten angeboten ,außerdem hatten wir Gelegenheit Kakaoprodukte einzukaufen. Die Fertigung dieser Produkte erfolgt übrigens in São Tomé Stadt.

Anschließend fuhren wir auf der Küstenstraße nach Santa Catarina. Hinter dem Tunél de Santa Catarina wurde die Straße wieder schlechter, doch wir waren ja bereits an die dort herrschenden Straßenverhältnisse gewöhnt. Der Ausblick von unterwegs auf die Küste war grandios. In Santa Catarina ist es schon sehr ärmlich, auch wurden wir sogleich von den vielen Kindern auf „Doce“ = Süßigkeiten angesprochen, hier ein sehr verbreitetes Phänomen… Kurz hinter dem Ort ist die Straße jäh an einer eingestürzten Brücke zu Ende. Der Lémba Fluss hat die Brücke 2022 zum Einsturz gebracht, sie ist noch nicht wieder repariert worden… „Leve-leve“…

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Halt beim Denkmal Padrão dos Descobimentos, hier hatten die Portugiesen am 8.12.1470 erstmals am dortigen Strand die Insel betreten. Auch hier hatte ein kleiner Fluss eine Brücke einstürzen lassen, mit dem Auto konnten wir durch das Flussbett fahren. Der Platz um das Denkmal war einmal sehr schön angelegt, inzwischen aber stark renovierungsbedürftig (für unsere Verhältnisse)

Um 16 Uhr waren wir zurück und genossen gegen 17:30 den Sonnenuntergang.

10.10. Wir verbrachten einen weiteren „lazy day“ in der Lodge und verabschiedeten uns schon so langsam von unserem Urlaub auf São Tomé. Die Mucumbli Lodge ist wirklich sehr zu empfehlen!!! Wir trafen noch auf den Besitzer der Lodge, Tiziano, er ist seit 1991 auf der Insel; 2011 hat er hier Grund und Boden gekauft und kontinuierlich die wunderschöne Lodge auf- und ausgebaut.

11.10. Nach dem leckeren Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen, checkten aus und verbrachten den Vormittag noch in der Lodge. Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg nach São Tomé Stadt mit einem Fotostopp an der Lagoa Azul. Hier war heute die Oberstufe einer Schule zum Ausflug versammelt, es war eine Freude dem Treiben der Jugendlichen beim Schwimmen, Ball spielen, Musik hören, … zuzusehen. Wir gingen noch den kurzen Weg hoch zum kleinen Leuchtturm, von hier oben hatten wir eine gute Aussicht auf das wunderschöne türkisblaue Wasser in der Lagune.

In São Tomé Stadt fuhren wir direkt zum Omali Hotel. Aufgrund meines WhatsApp Chats mit der Managerin der Hotels waren unsere Namen an der Rezeption hinterlegt und wir durften in den Garten- und Poolbereich gehen. Leider fing es an zu regnen, so dass wir unsere letzten Stunden dort nicht so wirklich genießen konnten.

Um kurz nach 18 Uhr machten wir uns auf den nur 10 Minuten dauernden Weg zum Flughafen. Dort sollten wir vor unserem Abflug das Auto zurückgeben. Doch es ist dort nicht so, wie wir es kennen… Kein Schalter o.ä. einer Autovermietung, kein Mitarbeiter von Mistral Voyages in Sicht. Wir waren ja auch mehr als „nur“ 2 Stunden vor Abflug schon am Flughafen. Telefonisch jemanden zu erreichen war irgendwie mit unserem E-Sim Tarif ohne Internet bzw Wlan Verbindung nicht möglich. Wir wandten uns schließlich an 2 Polizeibeamte, die vor dem Flughafen ihren Dienst versahen. Sie telefonierten für uns mit Mistral Voyages und sagten uns anschließend, dass wir ihnen den Autoschlüssel aushändigen sollten. Mistral würde später von ihnen den Schlüssel in Empfang nehmen. Was tun?? Dem Gespräch auf portugiesisch hatten wir nicht folgen können – also Vertrauen in das Gute im Menschen, noch je 100 Dobra Trinkgeld gegeben und das Auto in die Hände der beiden Polizisten gegeben. Noch ein Foto zum Abschied – und zum Check-in in der Hoffnung, dass schon alles gut gehen würde.

Im Gebäude gab es Wlan, so dass ich Mistral Voyages eine Nachricht den Schlüssel und das Auto betreffend schicken konnte. Noch vor Abflug bekam ich die Antwort, dass sie den Schlüssel erhalten hätten, sie bedankten sich außerdem dafür, dass wir Gäste auf ihrer Insel gewesen seien!

Herrlich unkompliziert, leve-leve!!!

Unser Flug startete mit etwas über 30 Minuten Verspätung, da erst ab 6 Uhr morgens in Lissabon gelandet werden darf.

Wir haben eine schöne Zeit auf São Tomé verbracht und dabei interessante Erfahrungen machen dürfen, viele sehr nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt und keine Mosquitokontakt gehabt ← davor hatte ich im Vorwege die meisten Bedenken.


Individuelle Reisen nach São Tomé und Príncipe mit dem Reiseveranstlater L’Evasion Tours